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Helmut Debus: Frömde Frünnen (2019)
 
Manche wegweisende und beständige Begegnungen finden erst spät statt: Helmut Debus war altersmäßig schon bei "60 plus" angelangt, als er, einem inneren Wunsch entsprechend, seine Songs in Bandbesetzung einzuspielen, Iko Andrae (Kontrabass), Andreas Bahlmann (Schlagzeug) und Michael Jungblut (E-Gitarre) begegnete. Und jetzt, anlässlich seines 70. Geburtstages, veröffentlicht Debus mit diesen auch diesmal grandios aufspielenden Mitstreitern seine bereits dritte CD infolge - und zugleich sein 20. Album !
 
Erinnern wir uns: 1976 erschien mit "Wo Ik Herkam" die erste Debus-Langspielplatte des gelernten und bis heute beneidenswert belesenen Buchhändlers, der sich im Laufe der Jahre vom Folksänger zum renommiertesten und aus besten Sänger und Poeten in der ihm eigenen plattdeutschen Sprache, seinem "Lebensgefühl", entwickelte. Dabei war die Sprache ihm, der in jungen Jahren als Schlagzeuger einer Beatband in Brake erste musikalische Wege beschritt, zunächst zu "satt und zu gemütlich", ehe er das Plattdeutsche als seine "Herzenssprache" für sich entdeckte.
 
Waren anfangs noch der Jeveraner Schriftsteller und Dichter Oswald Andrae, der schottische Dichter Robert Burns oder der schwedische Nationaldichter Carl Michael Bellmann Paten bei der musikalischen und sprachlichen Auswahl von Texten und Songs, setzte Helmut Debus allerspätestens ab 1985 mit seiner auch heute noch hörenswerten "Vullmaand"-LP (inzwischen auch als CD und, ganz modern, auch als "download" erhältlich) auf die eigene Karte - und schrieb und sang fast nur noch eigene Songs. Er machte fortan, um es mit Udo Lindenberg zu sagen, schlicht "sein Ding".
 
Dabei stand er geistig großen Kollegen und Wegweisern wie Jaques Brel oder Leonard Cohen, den er viele Male auf Bühnen erlebte und dessen "If It Be Your Will" Debus schon vor Jahren eine eigenständige plattdeutsche Fassung zur Seite stellte, ebenso nahe wie "schrägen Vögeln" vom Schlage Tom Waits´: Sein "I´ll Will Be Gone" hatte Debus schon Anfang der neunziger Jahre gelegentlich "live" im Köcher. Als einer der insgesamt 12 "Fremden Freunde" taucht jetzt endlich "Morgen Fröh Bün Ik Gahn" wieder auf und markiert in wunderbar ausgelassener, lebensfroher "Raindog"-Manier einen der Höhepunkte auf der neuen, der Jubiläums-CD von Helmut Debus. Darauf widmet sich der unbeirrt direkt an der Weser lebende, Herbst- und Frühjahrsstürmen trotzende Sänger und Gitarrist nicht nur Songs von Seelenverwandten wie Bob Dylan, dem Debus gleich zweimal seine Referenz erweist, sondern auch Hanns Dieter Hüsch. Das "Abendlied" des 2005 verstorbenen Sprach-Großmeisters vom Niederrhein hatte Debus oft seinen inzwischen erwachsenen Jungs abends am Bett vorgesungen. Bei einer Begegnung mit Hüsch erzählte Debus ihm davon und fragte den Sänger und Kabarettisten, ob er diesen Song "irgendwann mal" aufnehmen und veröffentlichen dürfe.
 
Hüsch war das eine große Freude, und somit hören wir nunmehr erstmalig Helmut Debus nicht op Platt, sondern in "hochdeutscher" Sprache. Und das gleich drei Mal! Denn mit Bettina Wegners "Kinder" in einer textlich leicht veränderten Fassung und mit Drupis Italo-Hit "Piccola E Fragile" aus dem Jahr 1974, von Debus´ Langzeitfreund Bernhard Lassahn als Idee übernommen und zu einem eigenständigen Text über das im Kleinen zu entdeckende Glück geformt, gibt es für all jene, die den Meister der plattdeutschen Sprache gerne auch mal Hochdeutsch singen hören möchten, zwei weitere höchst gelungene Songs zu genießen.
 
Die an Höhepunkten reiche neue Debus-CD bringt aber auch eigene Songs in Neueinspielungen von Platten früherer Jahre, darunter auch "Lady Day" mit der Reminiszenz an das durch Billie Holiday in die Welt getragene "Strange Fruit", jene Anklage gegen Rassismus und Lynchmorde, die einst unverhohlen von den Bäumen mit den "sonderbaren Früchten", den Körpern gelynchter Afroamerikaner erzählte.
 
Obendrein gibt es ein Wiederhören mit Debus-Klassikern im neuem Sound, mit neuer Melodie und textlichen Modifikationen. "Warum Weenst Du, Waterland" und "Dit Land Höört Us All" - hier in einer wunderbar rumpelig-rockenden Neufassung - bringt uns Helmut Debus ganz weit zurück zu den Anfängen seiner mehr als 40jährigen musikalischen Karriere.
 
Nicht nur Langzeitfans werden sich besonders darüber freuen, dass Helmut Debus nun endlich, nach mehr als 30 Jahren, zwei weitere Titel ausgegraben hat, die er lange in sich trug und immer wieder mal bei Konzerten zu Gehör brachte: "L´Estaca", das 1968 entstandene Widerstandslied des großen katalanischen Liedermachers Lluis Llach, hat Debus in seiner Fassung als "De Pahl" nunmehr formvollendet mit seiner Band dokumentiert. Nicht nur dabei adelt Sybylle Kynast, von 1965 an u.a. mit Inga Rumpf teil der legendären Hamburger Folk-Rock-Pioniere "City Preachers", mit ihrer Stimme sowohl den Song wie auch den Interpreten. Das harmoniert prächtig miteinander !
 
Und das an Bob Dylan angelehnte "Noch´n Tass Koffi" ("One More Cup Of Coffee") wurde von Debus nicht etwa Originalgetreu ins Plattdeutsche übersetzt, sondern mit einem weitestgehend eigenen Text versehen. Obendrein belegt eine Neufassung von "Alln´s För Di", einem seiner schönsten Liebeslieder, in dem sogar der von Debus geschätzte Rapper "Eminem" Erwähnung findet, ein weiteres mal, wie sehr sich der Modernitätsverweigerer Debus aich im fortgeschrittenen Alter ein offenes Ohr für gute Impulse auch der vermeintlichen Neuzeit bewahrt hat. In diesem Sinne: Up Ewig Jung, lieber Helmut Debus ! Und herzlich alles Gute zum 70. Geburtstag und für das neue Lebensjahrzehnt !
 
 
Michael Tiefensee, Eningen, Februar 2019
 
 
 
 
 
Link zur Unterseite "Liedtexte" mit Text zu "Lady Day":
Liedtexte
 
 
 
 
 
 
 
Helmut Debus (2. von links) bezeichnet es als Glücksfall, seine aus Michael Jungblut, Andreas Bahlmann und Iko Andrae (von links) bestehende Band gefunden zu haben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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